Job Boards Connect Unplugged 2025: Ein Blick in die Zukunft der Jobbörsen-Branche

Am 15. Mai fand in London eines der renommiertesten Events für Jobbörsen und Recruitment Tech statt: die Job Boards Connect Unplugged 2025.

Diese Veranstaltung war mehr als eine klassische Konferenz – sie war ein echtes Zusammentreffen auf Augenhöhe. Gründer:innen von Jobbörsen, Tech-Unternehmen, Marketeers und Branchenveteran:innen kamen zusammen, um über den Status quo der Branche und – noch wichtiger – ihre Zukunft zu sprechen.
Nicht nur die Debatte rund um künstliche Intelligenz oder das Speaker Lineup unterschied dieses Event von anderen, sondern das Veranstaltungsformat: Alle Teilnehmenden wurden aufgefordert, offen über aktuelle Herausforderungen zu sprechen und Chancen der Zukunft zu diskutieren – und genau auf diese werfen wir in diesem Blog Artikel einen Blick.

Der Safety Car-Moment: Wie Künstliche Intelligenz (KI) die Branche neu startet

Ein Zitat von unserem Geschäftsführer Martin Lenz blieb nicht nur uns, sondern auch vielen anderen Teilnehmer:innen im Kopf:

„KI und verändertes Nutzerverhalten beinflussen grundlegend, wie Jobsuchende Jobbörsen finden, ihnen vertrauen und mit ihnen interagieren.“

In einer Breakout-Session mit  Lou Goodman (ehem. VP B2B Marketing bei Monster/CareerBuilder) verwendete Martin eine ungewöhnliche, aber treffende Metapher: ein„Safety Car“ aus dem Rennsport.

„Der KI-Boom ist wie ein Neustart – wie ein Safety Car im Motorsport. Auch Unternehmen mit großen KI-Investitionen reihen sich wieder neu ein, weil starke Tools nun für alle zugänglich sind.“

Jobiqo Geschäftsführer Martin Lenz teilt die „Safety Car“ Metapher bei Job Boards Connect Unplugged 2025

Im Rennsport bedeutet ein Safety Car nicht nur eine vorübergehende Verlangsamung. Es bringt das gesamte Feld wieder zusammen und gleicht Vorsprünge aus – jede:r hat erneut eine Chance auf den Sieg. Ähnlich verhält es sich nun in der Jobbörsen-Technologie: Die Demokratisierung von KI-Tools hat das Spielfeld nivelliert.

Eine proprietäre KI ist kein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil mehr. Entscheidend wird, wie Jobbörsen jetzt mit Daten, Netzwerken und Marken umgehen.

Die echten Erfolgsfaktoren: Daten, Netzwerke und die Marke

Sowohl Martin Lenz als auch Lou Goodman betonten: Es geht nicht um den nächsten Tech-Hype. Wer sich langfristig durchsetzen will, braucht:

  • die Intelligente Nutzung von Daten
  • tiefe, vertrauensvolle Netzwerke
  • eine klare, wiedererkennbare Marke

Eine Marke, so wurde deutlich, ist mehr als ein Logo, Farbe und Schriftart. Sie ist die kollektive Wahrnehmung eines Unternehmens – geformt durch Werte, Tonalität, visuelle Identität und die erlebte Nutzererfahrung.

Was macht eine Jobbörse heute einzigartig? Sie muss an jedem Touchpoint echten Mehrwert liefern:

  • Klare Kommunikation mit Kandidat:innen,
  • Transparenz gegenüber Kund:innen,
  • Qualitativ hochwertige Job-Vorschläge,
  • Konsistente Nutzererfahrung – mobil wie auf dem Desktop.

Gerade in einem sich schnell wandelnden Markt wird die Marke zur wichtigsten Konstante – getragen von handlungsrelevanten, hochwertigen Daten.

Wer keine Einblicke aus Kandidat:innen- und Kund:innendaten gewinnt, wird kaum nachhaltigen Mehrwert liefern können.

Social Media & Gen Z: Alles bleibt anders

Ein besonders spannender Punkt:

„Die Gen Z verbringt 54 % mehr Zeit auf Social Media als der Durchschnitt.“

Die junge Generation hat völlig andere Erwartungen an die Jobsuche. Sie stöbert nicht nur auf Jobbörsen – sie sucht auch über TikTok oder Instagram, und bewertet Arbeitgeber anhand viraler Posts und Kommentaren.

Was früher nur „ein zusätzlicher Kanal“ war, ist heute für viele der primäre Weg, Jobs zu finden. Daher ist es heutzutage wichtig, dass Jobbörsen Social Media in ihre Werbestrategien integrieren.

Mit Jobiqo AIR bietet Jobiqo eine umfangreiche Reichweiten-Lösung für die automatisierte Weiterleitung von Jobkampagnen und bezahlten Anzeigen auf Plattformen wie TikTok, Facebook und Instagram. An die Marke der Jobbörse angepasste Texte, Bilder und Videos  schaffen dort zusätzliche Reichweite für Jobanzeigen. 

SEO im Wandel: Von Klicks zu Einfluss

SEO verändert sich: Weg von reiner Traffic-Optimierung, hin zum Einfluss.

„SEO wird zum Vertrauensbeweis“, hieß es in einer Session. Mit KI und Large Language Models (LLMs) geht es zunehmend darum, als vertrauenswürdige Quelle für Inhalte zu gelten, die in KI-generierten Antworten zitiert werden.

Der neue Fokus ist klar: Inhalte müssen sowohl für Menschen als auch für Maschinen lesbar, gut strukturiert und klar formuliert sein.

Nicht der Klick zählt allein, sondern der Einfluss im Hintergrund.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie SEO und Content-Erstellung für Jobbörsen erfolgreich meistern? Hier geht es zu unserem Webinar Jobiqo Pulse: So steigern Jobbörsen ihre Sichtbarkeit mit kontinuierlicher SEO und Content-Strategie

Drei Hauptherausforderungen der Branche

Über den Konferenztag hinweg haben sich die folgenden drei Herausforderungen herauskristallisiert:

  1. Gesamtwirtschaftliche Lage
  2. Disruptive Wirkung der KI
  3. Rasante Geschwindigkeit des Wandels

Große Marken und auch kleine Nischenjobportale sind sich einig: Es ist schwer, Schritt zu halten.

Viele setzen KI bereits erfolgreich ein, zum Beispiel für:

  • Vertriebskommunikation
  • interne Dokumentationen
  • Kundenservice-Prozesse
  • Auswertung von Vertriebsdaten
  • Matching und Scoring von Kandidat:innen.

Die Erkenntnis: KI bringt dann echten Mehrwert, wenn sie mit Menschen zusammenarbeitet – nicht an deren Stelle.

Jobiqo Geschäftsführer Martin Lenz im Gespräch mit Ben Groves

Jobiqo Geschäftsführer Martin Lenz im Gespräch mit Ben Groves

Technologiepartnerschaften statt Eigenentwicklung

Angesichts von Zeit- und Ressourcendruck ist für viele klar: Eigene technologische Entwicklung ist aufwendig und teuer.

Gerade für kleinere Teams lohnt sich die Zusammenarbeit mit spezialisierten Technologiepartnern wie Jobiqo, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren – während Innovation und technologische Entwicklung ausgelagert werden.

Sind Jobbörsen tot?

Natürlich kam auch diese Frage auf:

„Sind Jobbörsen tot?“
Die einhellige Antwort: Nein – aber sie verändern sich massiv.

Die Marktkonsolidierung ist Realität: Große Plattformen wachsen durch Innovation oder Übernahmen. Kleinere Stellenportale setzen wiederum auf Nischenstrategien. Entscheidend für die Zukunft wird sein:

  • Die eigene Zielgruppe wirklich zu verstehen,
  • Daten intelligent zu monetarisieren,
  • Und langfristige Nutzerbeziehungen aufzubauen.

Wer seine Daten nicht strategisch nutzt, läuft Gefahr, immer wieder teure Akquise zu betreiben.

KI Agenten: Kommen bald automatisierte Bewerbungen?

Ein kontroverses Thema: KI Agenten, die Bewerbungen automatisiert einreichen.

Einige halten es noch für Randphänomene, andere sehen schon klare Anzeichen.
Klar ist: Jobbörsen müssen sich auf automatisierte Bewerbungen vorbereiten.


Noch ist es kein akutes Problem – aber es wird kommen. Tools zur Verifizierung und Bot-Erkennung werden in Zukunft entscheidend sein.

Jobbörsenexperte Alexander Chukovski auf der Bühne zum Thema KI

Business-Modelle im Test: Viele Wege, kein Patentrezept

Von Google Ads über Pauschal-Abos, Employer Branding-Pakete bis hin zu Performance-basierten Modellen – es gibt viele Ansätze.

Alle haben Vor- und Nachteile – besonders performance-basierte Modelle erfordern Transparenz, Tracking und Geduld.

Jobiqo unterstützt als einer der wenigen Anbieter eine Plattform, mit der man  verschiedene Geschäftsmodelle flexibel testen und umzusetzen kann.

Startups im Unternehmen: Innovation mit Plan

Ein spannender Ansatz: interne “Startups”.
Eigenständige Teams mit Budget und klaren Zielen testen schnell neue Konzepte.

Zitat eines Teilnehmers:

„Wir testen Hypothesen schnell. Nur was sich bewährt, wird groß ausgerollt.“

So entsteht eine lernende Organisation, die agiler auf Marktveränderungen reagiert.

Fazit: Mit Fokus und Menschlichkeit in die Zukunft

Die wichtigste Erkenntnis von Job Boards Connect Unplugged 2025:

  • KI und Daten sind mächtig – aber nur mit klarer Strategie.
  • Technologie braucht Menschlichkeit.

Die erfolgreichen Jobbörsen der Zukunft werden:

  • Weniger, aber besser machen,
  • Ihre Zielgruppe wirklich kennen,
  • Langfristige Beziehungen statt kurzfristige Klicks aufbauen.

Jobbörsen und Stellenportale haben nur eine Zukunft – wenn sie sich auch weiterentwickeln und dem Stillstand entgegenwirken.

Jobiqo Geschäftsführer Martin Lenz beim Jobiqo Stand auf der Job Boards Connect Unplugged 2025
Jobiqo CPO Aurelian Cotuna nimmt an der Diskussion teil
AviationCV und Jobiqo auf der Konferenz

Digitale Barrierefreiheit: Was das neue Gesetz für Stellenmärkte bedeutet (Teil 1)

Digitale Barrierefreiheit gewinnt immer mehr an Bedeutung sowohl aufgrund gesetzlicher Regelungen und auch aus wirtschaftlicher Sicht. Für Stellenmarktbetreiber:innen, insbesondere Zeitungs-, Fachverlage und Nischenjobportale, bietet eine barrierefreie Gestaltung die Chance, eine breitere Zielgruppe zu erreichen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Vor allem Bewerber:innen mit Einschränkungen profitieren von einer besseren Zugänglichkeit zu Stellenangeboten und gleichzeitig profitieren Betreiber:innen von einer höheren Benutzerfreundlichkeit und besseren Platzierung bei Suchmaschinen.

Die neue Gesetzeslage: Was verändert sich für Online Stellenmärkte?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland und das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) in Österreich setzen den European Accessibility Act (EAA) nun in nationales Recht um. Mit diesen Gesetzen werden Wirtschaftsakteure verpflichtet, ab 28. Juni 2025 bestimmte digitale Anforderungen zur Barrierefreiheit umzusetzen. Grundsätzlich betrifft das Gesetz Produkte sowie entgeltliche, verbraucherorientierte Dienstleistungen. Jobbörsen und Stellenmärkte werden weder explizit inkludiert noch ausgeschlossen. 

Den Rahmen für die technische Umsetzung von digitaler Barrierefreiheit bilden die Web Accessibility Guidelines (WCAG) in der Version 2.1 und dem Level AA, das ist ein internationaler Standard, der in Europäischen Normen referenziert wird und darüber in die oben genannten nationalen Gesetze eingeht.

Was heißt das konkret für alle Stellenmärkte und Jobbörsen?

  • Reine Anzeigenplattformen, auf denen Bewerber:innen sich kostenlos auf Stellen bewerben können, sind nach aktueller Auslegung nicht direkt davon betroffen.
  • Falls kostenpflichtige Zusatzservices für Bewerber:innen angeboten werden (z. B. Premium-Profile, Lebenslauf-Checks oder KI-gestützte Bewerbungsoptimierung), könnte das Gesetz relevant werden. Wir empfehlen, dass Sie sich mit Ihren Rechtsabteilungen in Verbindung setzen

Grundsätzlich ist es wichtig sich mit der Thematik vertraut zu machen, da Sie damit Ihre Jobbörse verbessern und inklusiver gestalten und künftig weiteren Regulierungen bereits einen Schritt voraus sind.

Wir unterstützen Betreiber:innen von Stellenmärkten mit modernen Technologien, die eine barrierefreie und benutzerfreundliche Gestaltung ermöglichen. Unserer Standard folgt den WCAG 2.1 AA. Wollen Sie eine barrierefreie und nutzerfreundliche Jobbörse?

Warum sind barrierefreie Stellenmärkte auch ohne gesetzliche Pflicht sinnvoll?

Selbst wenn Stellenmärkte aktuell nicht zur Barrierefreiheit verpflichtet sind, ergeben sich zahlreiche Vorteile wenn die Web Content Accessibility Guidelines beachtet werden:

  1. Erweiterte Reichweite: Menschen mit Behinderung – bis zu 15 % der Bevölkerung haben eine dauerhafte oder temporäre Einschränkung – sind eine bedeutende Zielgruppe, die oft nicht explizit beachtet wird.  Durch eine einfache Navigation, klare Strukturen und bessere Lesbarkeit (leicht verständliche Texte) wird die User Experience gesteigert und führt auch zu erhöhter Nutzerzufriedenheit und Conversion Rates.
  2. SEO Vorteile: Barrierefreie Webseiten sind häufig besser strukturiert, haben schnellere Ladezeiten und werden daher von Suchmaschinen bevorzugt. 
  3. Zukunftssicherheit durch Vorbereitung: Wer sich bereits heute mit Barrierefreiheit befasst, bleibt flexibel und ist auf mögliche gesetzliche Änderungen bereits bestens vorbereitet.

Konferenzen 2025, wo sich alle Jobbörsenbetreiber und Geschäftsleiter in der Rekrutierungsbranche treffen

Wie im letzten Jahr hat Jobiqo eine Liste der interessantesten Konferenzen und Veranstaltungen für Jobbörsenbetreiber und Geschäftsleiter im Rekrutierungsbereich zusammengestellt. Da in diesem Jahr viele großartige Konferenzen gleichzeitig stattfinden, haben wir die Empfehlungsliste nach Monaten geordnet.

Bei diesen Konferenzen und Events sollten Sie 2025 sein

März

April

  • 7. April: Infotag Jobportale von AIM Group in Wien, Österreich
  • 8. – 9. April: RecBuzz 2025 in Wien, Österreich, gesponsert von Jobiqo – erhalten Sie 200 € Rabatt auf Ihre Tickets mit dem Rabattcode Jobiqo200

Mai

Juni

Sommerpause

September

Oktober

November

Haben Sie sich schon entschieden, welche Veranstaltungen Sie besuchen werden? Lassen Sie uns persönlich treffen!

Unser Highlight 2025 wird die RecBuzz in unserer Heimatstadt Wien sein, wo auch unser Hauptsitz ist. Wir sehen uns dort!

Um sich einige Eindrücke einzuholen, finden Sie hier Impressionen der oben angeführten Konferenzen:

Martin Lenz im Gespräch bei dem JBC Annual Event in London
Ling Wu hostet das Panel zum Thema Niche Job Boards Groth Strategies bei der JBC Annual in London
Jobiqo Merch bei JBC in London
Thibault Blanchetiere von Jobiqo im Gespräch bei JBC London Unplugged
Aurelian Victor Cotuna von Jobiqo im Gespräch bei JBC London
Job Boards Connect Unplugged in London mit Liing Wu von Jobiqo beim Panel über
Jobiqo Schlüsselanhänger bei JBC in London
Martin Lenz Jobiqo und Felix Zittwitz von Ausbildung.de im Gespräch
Ling Wu im Gespräch auf der RecBuzz Conference in Berlin
JBC Annual in London Prize
Martin Lenz auf der Bühne beiRecbuzz Infotag Stellenmarkt
Ling Wu im Gespräch mit Interessent beim RecBuzz German Publisher Day
Martin Lenz präsentiert die Jobiqo Lösung auf der Bühne beim TAtech Europe in Paris
Martin Lenz von Jobiqo auf der Bühne bei TAtech NA mit drei weiteren Panelists

Fotos im Eigentum von AIM Group (RecBuzz), Job Boards Connect oder individuelle Kontribution (Jobiqo Team)

Employer Branding als Teil der erfolgreichen „Unternehmens-DNA“

Anfang 2020 sah der (internationale) Arbeitsmarkt in vielen Branchen noch völlig anders aus. Mittlerweile befinden wir uns im zweiten Jahr der Covid-19-Pandemie: Mehr denn je sind Unternehmen samt ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Kurzarbeit, steigender Arbeitslosigkeit und einer drohenden Insolvenzwelle konfrontiert.

Aber natürlich gibt es auch Bereiche, die trotz (oder auch wegen) Corona wirtschaftlich florieren. Und dementsprechend auch fleißig Fachkräfte rekrutieren. Was dabei nicht untergehen darf, ist das Thema „Employer Branding“. Denn auch wenn es für manche Firmen eine nie dagewesene Auswahl an Arbeitsuchenden geben mag: Es geht nach wie vor darum, die genau richtigen Leute in die für sie passenden Jobs zu bekommen. Zumindest wenn es für beide Seiten langfristig eine zufriedenstellende Beziehung sein soll. Auch 2021 gilt es also, sich als möglichst attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und sein Employer Branding zu stärken. Das bedeutet unter anderem, auf aktuelle Entwicklungen einzugehen und sich an den Bedürfnissen der arbeitenden Bevölkerung zu orientieren. Einige dieser „Trends“ hat etwa die Online-Plattform willhaben.at zusammengetragen.

Das Homeoffice wird relevant bleiben

So werden „Remote Work“ und die Homeoffice-Tätigkeit von durchaus einigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch nach Ende der Pandemie eingefordert werden. Bei allem Verständnis für jene, die sich nach regelmäßigen Kontakten im Büro sehnen oder einfach nicht die passende Infrastruktur in den eigenen vier Wänden haben: Es gibt auch jene Charaktere, die mehr Ruhe bei der Arbeit und mehr Flexibilität in der Einteilung ihrer Arbeitszeit brauchen. Und für diese sollten die momentan vielfach erzwungenen Remote-Work-Modelle bestehen bleiben und weiterentwickelt werden. Mehr denn je sind vor allem bei jüngeren Fachkräften Unternehmen gefragt, die bestimmte Werte vertreten. Und zwar nicht nur auf dem Papier. Wer zum Beginn der Corona-Krise gleich einmal einen Großteil der Mitarbeitenden „freigestellt“ hat, ohne vertretbare Alternativen zu überlegen oder Lösungen mit Arbeitnehmervertretern und der öffentlichen Hand anzustreben, wird in Zukunft wenig glaubhaft z.B. den Wert der Solidarität vertreten können. Werte müssen sich aber auch in den angebotenen Services und Produkten eines Unternehmens spiegeln: Nachhaltigkeit und Fairness sollten in einer eigenen Corporate Social Responsibility (CSR)-Strategie Niederschlag finden.

Werteorientierte Millennials

Apropos jüngere Fachkräfte: Mit dem pensionsbedingten nach und nach Ausscheiden der „Baby Boomer“ wird die „Generation X“ – also die Gruppe der über 40-Jährigen – zur ältesten Generation am Arbeitsmarkt. Damit rückt die gerne als „Generation Me“ verspottete „Generation Y“ (ca. ab Jahrgang 1980) in die Führungspositionen nach, während die gerne als zu hedonistisch abgetane „Generation Z“ (ca. ab Jahrgang 2000) nach Studien- und Schulabschluss zunehmend die Büros und Werkstätten befüllen. Work-Life-Balance wird damit ein immer bedeutenderes Thema in Bewerbungsverfahren – nicht immer zur Freude der Arbeitgeber. Denn ähnlich wie für den Kundenumgang bedeutet das in gewisser Weise, auch Mitarbeitende zu „servicieren“ und ihnen ein gutes Leben zwischen Beruf, Familie und Freizeit zu ermöglichen. Durch die steigenden Ansprüche, mit denen gut ausgebildete Talente an die Jobsuche heran und in einen neuen Arbeitsplatz hineingehen, sinkt teilweise die Loyalität gegenüber einem Arbeitgeber. In Kombination mit den wachsenden Möglichkeiten des Online-Recruitings werden Job-Alerts und Suchagenten für immer mehr Menschen zu selbstverständlich genutzten Tools, um frühestmöglich über andere, passende Stellen informiert zu sein. Was Arbeitgebern bei der raschen Besetzung vakanter Posten hilft, erhöht somit auch die Tendenz zum „Job-Hopping“ für wechselwillige Arbeitnehmer.

Employer Branding als Teil der Gesamt-Positionierung

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass das Employer Branding in die „DNA“ eines Unternehmens übergehen sollte. Die Wertehaltung gegenüber Mensch und Wirtschaft muss sich durch die gesamte Positionierung einer Marke ziehen, wie willhaben.at richtig feststellt: „So wird die Arbeitgebermarke immer stärker zu einem Kern-Faktor für Unternehmen. Das positiv geschaffene Markenbild tragen die Mitarbeiter wiederum nach außen. Denn erst, wenn die eigenen Mitarbeiter das Unternehmen wirklich lieben und verstehen, können dies auch Kunden tun.“

Titelfoto: Patrick Michalicka/Unsplash.com

Jobiqo holt RMI an Bord

In eigener Sache dürfen wir bekannt geben, dass Russmedia International Est (RMI) im Oktober 2019 mit 50,1 Prozent die Mehrheit unseres 2011 gegründeten Unternehmens erwirbt.

Klaus Furtmüller, Gründer der Jobiqo GmbH, bleibt als Minderheitsgesellschafter und Geschäftsführer in der Firma. Auch die weiteren Gesellschafter und langjährigen Mitarbeiter Martin Lenz (Geschäftsführung), Klaus Purer (Head of Technology Operations) und Matthias Hutterer (Head of Development & Innovation) bleiben und übernehmen weitere Verantwortungsbereiche. Sie erhöhen zugleich ihre Anteile.

Wir machen Jobbörsen zukunftssicher

„Ich freue mich, mit RMI einen international renommierten Investor- und Technologiepartner zu gewinnen“, sagt Furtmüller. Die aktuelle strategische Ausrichtung wird weiter forciert, die aktuelle Managementstruktur bleibt bestehen. Für die Kunden u.a. aus dem Verlagswesen, Nischen-Jobbörsen, Berufsverbände und Personaldienstleister ist Jobiqo weiterhin die perfekte Lösung, um ihre Umsätze und die Kandidaten-Experience im Online-Stellenmarkt zu steigern.

„Wir investieren grundsätzlich in unabhängige Unternehmen mit einem schlagkräftigen Unternehmerteam. Klaus Furtmüller, Martin Lenz, Klaus Purer und Matthias Hutterer haben in den letzten Jahren bereits beeindruckende Erfolge erzielt und wir freuen uns, gemeinsam mit ihnen Jobiqos Wachstum weiter zu beschleunigen“, ergänzt Chris Wittlinger, Investment Manager in der Russmedia Group. „Jobiqo steht damit auch weiterhin für die Stabilität und Innovationskraft, die unsere Kunden, Partnerunternehmen und Mitarbeiter kennen und schätzen“, sagt Geschäftsführer Martin Lenz. „Mit Russmedia International gewinnt Jobiqo einen starken Partner, der unser organisches Wachstum sowie unsere Produkt- und Wachstumsstrategie bestätigt hat und uns bei deren Weiterentwicklung maßgeblich unterstützt.“

Produktentwicklung und globales Wachstum

Im Zuge der Übernahme investiert RMI auch eine hohe sechsstellige Summe in die Jobiqo GmbH. „Wir wollen mit dem Investment die Produktentwicklung beschleunigen und so die Technologie- und Marktführerschaft von Jobiqo weiter ausbauen“, kommentiert Eugen B. Russ, Managing Director von RMI.

„Es war stets unsere Vision, an den Bedürfnissen der Bewerber orientierte Technologien zu entwickeln, mit denen unsere Kunden die Services für ihre Zielgruppen verbessern und ihre Umsätze im Stellenmarkt erhöhen können“, so Geschäftsführer Martin Lenz. „Mit unseren Lösungen erreichen Jobbörse-Betreiber eine neue Ebene der Qualität und Professionalisierung im Online-Recruiting, was zu Erhöhung von Reichweite und Einnahmequellen führt.“

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Jobiqo GmbH betreffend Umsatz wie auch Mitarbeiterzahl verdreifacht und konnte zahlreiche Jobbörsen-Betreiber in den USA und in Großbritannien als Kunden gewinnen. Die kürzlich erfolgte Eröffnung eines Büros in London ist eine logische Folge dieser positiven Entwicklung. Mit Managing Director Richard Essex konnte dort zudem ein absoluter Markt- und Branchenexperte ins Team geholt werden, der 20 Jahre Erfahrung im Recruiting-Sektor mitbringt.

Foto: Marko Zlousic/neonhippo.net