Employer Branding als Teil der erfolgreichen "Unternehmens-DNA"

Employer Branding als Teil der erfolgreichen "Unternehmens-DNA"

Bernhard Madlener - 25. März 2021
Recruiting Employer-Branding

Anfang 2020 sah der (internationale) Arbeitsmarkt in vielen Branchen noch völlig anders aus. Mittlerweile befinden wir uns im zweiten Jahr der Covid-19-Pandemie: Mehr denn je sind Unternehmen samt ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Kurzarbeit, steigender Arbeitslosigkeit und einer drohenden Insolvenzwelle konfrontiert.

Aber natürlich gibt es auch Bereiche, die trotz (oder auch wegen) Corona wirtschaftlich florieren. Und dementsprechend auch fleißig Fachkräfte rekrutieren. Was dabei nicht untergehen darf, ist das Thema „Employer Branding“. Denn auch wenn es für manche Firmen eine nie dagewesene Auswahl an Arbeitsuchenden geben mag: Es geht nach wie vor darum, die genau richtigen Leute in die für sie passenden Jobs zu bekommen. Zumindest wenn es für beide Seiten langfristig eine zufriedenstellende Beziehung sein soll. Auch 2021 gilt es also, sich als möglichst attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und sein Employer Branding zu stärken. Das bedeutet unter anderem, auf aktuelle Entwicklungen einzugehen und sich an den Bedürfnissen der arbeitenden Bevölkerung zu orientieren. Einige dieser „Trends“ hat etwa die Online-Plattform willhaben.at zusammengetragen.

Das Homeoffice wird relevant bleiben

So werden „Remote Work“ und die Homeoffice-Tätigkeit von durchaus einigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch nach Ende der Pandemie eingefordert werden. Bei allem Verständnis für jene, die sich nach regelmäßigen Kontakten im Büro sehnen oder einfach nicht die passende Infrastruktur in den eigenen vier Wänden haben: Es gibt auch jene Charaktere, die mehr Ruhe bei der Arbeit und mehr Flexibilität in der Einteilung ihrer Arbeitszeit brauchen. Und für diese sollten die momentan vielfach erzwungenen Remote-Work-Modelle bestehen bleiben und weiterentwickelt werden. Mehr denn je sind vor allem bei jüngeren Fachkräften Unternehmen gefragt, die bestimmte Werte vertreten. Und zwar nicht nur auf dem Papier. Wer zum Beginn der Corona-Krise gleich einmal einen Großteil der Mitarbeitenden „freigestellt“ hat, ohne vertretbare Alternativen zu überlegen oder Lösungen mit Arbeitnehmervertretern und der öffentlichen Hand anzustreben, wird in Zukunft wenig glaubhaft z.B. den Wert der Solidarität vertreten können. Werte müssen sich aber auch in den angebotenen Services und Produkten eines Unternehmens spiegeln: Nachhaltigkeit und Fairness sollten in einer eigenen Corporate Social Responsibility (CSR)-Strategie Niederschlag finden.

Werteorientierte Millennials

Apropos jüngere Fachkräfte: Mit dem pensionsbedingten nach und nach Ausscheiden der „Baby Boomer“ wird die „Generation X“ – also die Gruppe der über 40-Jährigen – zur ältesten Generation am Arbeitsmarkt. Damit rückt die gerne als „Generation Me“ verspottete „Generation Y“ (ca. ab Jahrgang 1980) in die Führungspositionen nach, während die gerne als zu hedonistisch abgetane „Generation Z“ (ca. ab Jahrgang 2000) nach Studien- und Schulabschluss zunehmend die Büros und Werkstätten befüllen. Work-Life-Balance wird damit ein immer bedeutenderes Thema in Bewerbungsverfahren – nicht immer zur Freude der Arbeitgeber. Denn ähnlich wie für den Kundenumgang bedeutet das in gewisser Weise, auch Mitarbeitende zu „servicieren“ und ihnen ein gutes Leben zwischen Beruf, Familie und Freizeit zu ermöglichen. Durch die steigenden Ansprüche, mit denen gut ausgebildete Talente an die Jobsuche heran und in einen neuen Arbeitsplatz hineingehen, sinkt teilweise die Loyalität gegenüber einem Arbeitgeber. In Kombination mit den wachsenden Möglichkeiten des Online-Recruitings werden Job-Alerts und Suchagenten für immer mehr Menschen zu selbstverständlich genutzten Tools, um frühestmöglich über andere, passende Stellen informiert zu sein. Was Arbeitgebern bei der raschen Besetzung vakanter Posten hilft, erhöht somit auch die Tendenz zum „Job-Hopping“ für wechselwillige Arbeitnehmer.

Employer Branding als Teil der Gesamt-Positionierung

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass das Employer Branding in die „DNA“ eines Unternehmens übergehen sollte. Die Wertehaltung gegenüber Mensch und Wirtschaft muss sich durch die gesamte Positionierung einer Marke ziehen, wie willhaben.at richtig feststellt: „So wird die Arbeitgebermarke immer stärker zu einem Kern-Faktor für Unternehmen. Das positiv geschaffene Markenbild tragen die Mitarbeiter wiederum nach außen. Denn erst, wenn die eigenen Mitarbeiter das Unternehmen wirklich lieben und verstehen, können dies auch Kunden tun.“

Titelfoto: Patrick Michalicka/Unsplash.com